Was ist neu für den Patienten beim Besuch unserer APOTHEKE ?


Neue Zuzahlungsregelungen ab 1. Januar 2004
  • Ab sofort richtet sich Ihre Zuzahlung nicht mehr wie bisher nach der Packungsgröße, sondern nach dem Preis eines verordneten Arzneimittels.
  • Dementsprechend fordert Ihre Krankenkasse eine Zuzahlung in Höhe von 10% des Arzneimittelpreises, mindestens aber 5 Euro und höchstens 10 Euro pro verordnetem Medikament.
  • Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel sind nicht mehr erstattungsfähig! Alle Arzneimittel, die nicht verschreibungspflichtig sind, dürfen Ihnen im Regelfall nicht mehr zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung verordnet werden. Diese so genannten OTC-Präparate müssen Sie ab sofort selbst bezahlen! (Ausnahmen hiervon: Kinder bis zum 12. Lebensjahr und Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum 18.Lebensjahr.)
  • Alle Befreiungsbescheinigungen verlieren ihre Gültigkeit! Bescheinigungen Ihrer Krankenkasse mit Datum vor dem 31. 12. 2003, die Sie von der Zuzahlung befreit haben, verlieren mit dem 1. Januar 2004 ihre Gültigkeit. Dies gilt auch für Bescheinigungen, die über dieses Datum hinaus ausgestellt waren! Um erneut eine Befreiung von der Zuzahlung zu erreichen, müssen Sie erst eine Selbstbeteiligung von 2% Ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen zum Lebensunterhalt (chronisch Kranke 1%) geleistet haben.
  • Sammeln Sie deshalb jeden Beleg über Zuzahlungen bei uns, aber auch beim Arzt (Praxisgebühr), bei Krankenhausaufenthalten und allen anderen medizinischen Leistungen. Es wird nämlich jede Zuzahlung berücksichtigt.
  • Mit der Gesundheitskarte unserer Apotheke sind die Zuzahlungsbelege für Arzneimittel, die Sie bei uns erworben haben automatisch gespeichert und für Sie bei Bedarf jeder Zeit verfügbar! Damit entfällt für Sie das Sammeln von Einzelbelegen aus unserer Apotheke!
  • Weitere Fragen zu den neuen gesetzlichen Regelungen beantworten wir Ihnen gern im persönlichen Gespräch.
  • Wir Apotheker sind gesetzlich dazu verpflichtet, von Ihnen diese Zuzahlungen zu erheben, um sie dann in voller Höhe an Ihre Krankenversicherung abzuführen.
 
Gesundheitsreform 2004 - Was ändert sich in Zukunft generell für die Patienten?
 
Neue Regeln für die Zuzahlungen
  • Die Zuzahlung zu Arznei- und Verbandmitteln beträgt künftig 10 Prozent vom Abgabepreis, mindestens jedoch 5 Euro und höchstens 10 Euro je Einheit. Höher als der tatsächliche Preis des Mittels kann die Zuzahlung nicht sein.
  • Für den Besuch beim Arzt und Zahnarzt wird für Erwachsene eine Praxisgebühr in Höhe von 10 Euro fällig. Beim Hausarzt und beim Zahnarzt fällt die Gebühr einmal pro Quartal an. Falls Sie ohne hausärztliche Überweisung einen Facharzt aufsuchen, müssen Sie auch dort 10 Euro bezahlen (Ausnahme: Kinderarzt), Kontrollbesuche beim Zahnarzt, Vorsorge- und Früherkennungstermine sowie Schutzimpfungen und Maßnahmen der Schwangerenvorsorge sind von der Praxisgebühr befreit.
  • Bei Heilmitteln und häuslicher Krankenpflege müssen Sie 10 Prozent der Kosten tragen, dazu 10 Euro pro Verordnung. Werden Ihnen also etwa auf einem Rezept sechs Termine Krankengymnastik verordnet, zahlen Sie 10 Euro für diese Verordnung plus 10 Prozent der Kosten für jede Gymnastik- stunde.
  • Bei Hilfsmitteln (etwa Rollstuhl, Hörgerät) werden ebenfalls 10 Prozent Zuzahlung fällig, mindestens 5 Euro und höchstens 10 Euro. Ausnahme: Hilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind, zum Beispiel Inkontinenzeinlagen. Hier müssen 10 Prozent je Verbrauchseinheit bezahlt werden, höchstens jedoch 10 Euro im Monat.
  • Bei einer Soziotherapie oder Inanspruchnahme einer Haushaltshilfe müssen Sie 10 Prozent der kalendertäglichen Kosten übernehmen - mindestens 5, höchstens 10 Euro.
  • Die Zuzahlung im Krankenhaus und für Anschlussheilbehandlungen beträgt 10 Euro pro Tag, muss aber höchstens für 28 Tage bezahlt werden.
Welche Leistungen kommen zum Wegfall?
  • Aus dem Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen verschwinden das Sterbegeld und das Entbindungsgeld.
  • An den Kosten für Sehhilfen (Brillen, Kontaktlinsen) werden sich die Krankenkassen nicht mehr beteiligen. Ausnahmen sind Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr sowie Patienten, deren Sehvermögen stark beeinträchtigt ist.
  • Fahrtkosten zur ambulanten Behandlung werden nur noch in wenigen Sonderfällen erstattet.
  • Bei Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung zahlen die Kassen statt bisher bei vier nur noch bei drei Versuchen die Hälfte der Kosten. Außerdem wird hier eine Altersbegrenzung eingeführt: Die finanzielle Beteiligung der Krankenkasse erhalten nur noch Frauen zwischen 25 und 40 Jahren sowie Männer bis 50 Jahre.
  • Auch eine Sterilisation wird Privatsache - es sei denn, sie ist medizinisch notwendig.
  • Ab Januar 2004 dürfen nur noch verschreibungspflichtige Arzneimittel zu Lasten der Krankenkassen verordnet werden. Nicht verschreibungspflichtige Medikamente muss der Patient dann selbst zahlen. Ausnahmen gibt es für Kinder bis zum 12. Lebensjahr, für Jugendliche mit Entwicklungsstörungen bis zum 18. Lebensjahr sowie bei der Behandlung schwer wiegender Erkrankungen, wenn die nicht ver- schreibungspflichtigen Arzneimittel als "Therapiestandard" gelten.
Die Belastungen aus der Gesundheitsstrukturreform bleiben sozial verträglich:
  • Bei allen zusätzlichen Belastungen hat der Gesetzgeber Grenzen festgelegt. Insgesamt soll niemand pro Jahr mehr als zwei Prozent seines Bruttoein- kommens für Eigenbeteiligungen aufwenden müssen.
  • Für chronisch Kranke, denen der behandelnde Arzt eine "schwer wiegende Krankheit" bescheinigt, welche eine Dauerbehandlung nötig macht, liegt die Grenze bei einem Prozent. Familien werden zusätzliche Freibeträge eingeräumt.
Alle Zuzahlungen, also auch die Praxisgebühr und die Eigenbeteiligung bei einem Kankenhausaufenthalt, werden berücksichtigt. Aus diesem Grund ist es ab dem kommenden Jahr besonders wichtig, sich sämtliche Zuzahlungen quittieren zu lassen, um sie der Krankenkasse gegenüber belegen zu können. Wer will, kann sich von seinem Arzt, vom Zahnarzt oder Krankenhaus auch eine so genannte Patientenquittung ausstellen lassen. Darauf kann man genau sehen, welche Leistungen erbracht wurden und wie viel sie gekostet haben.

Quelle: SAV
Zahnersatz 2005
 
Die Entscheidung ist gefallen: Zahnersatz bleibt Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.
  • Das von der Regierungskoalition beschlossene Gesetz sieht vor, das die gesetzlichen Krankenkassen ab 1. Juli 2005 von jedem Mitglied einen Sonderbeitrag von 0,9 Beitragssatzpunkten erhalten. Damit wird nicht nur die Versorgung mit Brücken, Kronen und Prothesen finanziert. Enthalten ist auch ein Zusatzbeitrag von 0,5 Beitragssatzpunkten für das Krankengeld.
  • Zeitgleich soll der Beitragssatz, den Arbeitgeber und Arbeitnehmer gemeinsam finanzieren, um 0,9 Beitragssatzpunkte sinken. Dementsprechend wird der allgemeine Beitragssatz der BARMER am 1. Juli 2005 bei höchstens 13,8 Prozent liegen.
  • Ziel des Gesetzgebers ist weiterhin, die Lohnnebenkosten zu senken, um Arbeitgeber und Rentenversicherungsträger zu entlasten. Der Preis dafür ist, dass Arbeitnehmer und Rentner mehr bezahlen müssen. Betroffen sind alle, egal welcher Krankenkasse sie angehören.
  • Zurückgenommen wurde die Option, anstelle des Zahnersatzschutzes in der gesetzlichen Krankenversicherung den Zahnersatz bei einem privaten Versicherungsträger zu versichern. Folgerichtig gibt es ein Sonderkündigungsrecht für alle, die sich bereits vorzeitig für einen solchen Alternativ-Vertrag entschieden hatten.
  • Stattdessen können Sie auch weiterhin Ihren Basisschutz bei Ihrer Krankenkasse individuell ergänzen. Die BARMER empfiehlt eine solche Zusatzversicherung mit der HUK-COBURG.
  • Planmäßig zum 1.1.2005 in Kraft tritt das neue Bezuschussungssystem für Zahnersatz - die so genannten befundorientierten Festzuschüsse.


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